Valparaiso

Durch Valparaiso mit Bus, Bahn, Zahnradbahn und zu Fuß

Wieder in einer Großstadt zu sein hat Vor- und Nachteile. Nach Santigo waren wir froh, Ruhe in der Natur zu haben. Den ganzen Tag rumzulaufen macht uns da gar nichts aus. In der Stadt sind wir nach 2-3 Stunden schon müde und reizüberflutet. Allein die Fahrt vom Busbahnhof zum Hostel mit einem öffentlichen Bus war schon sehr spannend. Mit unseren Backpacks waren wir erstmal viel zu sperrig für die kleinen Gänge und Sitze in den Kleinbussen. Die Busse halten nach Wunsch und Bedarf und die Bezahlung erfolgt direkt beim Fahrer, der pro Fahrgast bezahlt wird. Demnach hat der Fahrer das Ziel, möglichst schnell viele Leute mitzunehmen.Wir fragen einen Mann der vor dem Bus wartet nach dem Ticketpreis und der richtigen Haltestelle. Er gibt uns freundlich die Infos und steigt mit in den Bus. Als der Bus losfährt, packt er dann überraschenderweise Kugelschreiber aus und verkauft sie an die Fahrgäste. Wir steigen also mit dem Gepäck unbeholfen ein und hoffen, dass der Bus auch irgendwo in Hostelnähe wieder anhält. Da wir mit dem Gepäck und wahrscheinlich auch unserem europäischen Aussehen auffallen, sind wir nach kurzer Zeit das Gesprächsthema im Bus. Die Leute rundherum geben uns Tips, wie wir uns in der Stadt verhalten sollen (wie fest wir unserer Handy halten müssen) und wo wir am besten aussteigen. Ich versteh leider nichts von dem, was die alte Dame neben mir auf spanisch erzählt, ihr scheint das aber nichts auszumachen, denn sie redet immer weiter bis sie aussteigt.

Auf der anderen Seite sind wir gespannt auf die sehr bunte und künstlerische Stadt Valparaiso, die durch ihre vielen Wandmalereien an den Häußern bekannt ist. Und wir freuen uns darauf auch mal im Hostel auszuruhen, für ein paar Tage an der selben Stelle zu sein und unsere Wäsche zu waschen 🙂 Wir haben ein Raum mit gemeinsamen Baderzimmern und Küche in einem Hostel gebucht. Unser Zimmer ist super groß und hoch und wieder so gut wie gar nicht isoliert. Aber das kennen wir ja jetzt schon aus anderen Unterkünften in Chile.

Honza in seiner Lieblingsposition

Die Stadt erkunden wir zunächst zu Fuß, gehen zum kleinen Hafen und laufen durch die vielen Hügel und bemalten Treppen der Wohnviertel. Wir machen auch eine geführte Stadttour-Tour, bei der wir super viele Gemälde an Hauswänden entdecken.

Am Nachmittag kommen wir zufällig in eine offensichtlich ärmere Gegend, die aber nicht weit weg von dem touristischen Zentrum ist. Also wir die Treppen zwischen den Häusern hochgehen, kommen uns zwei Männer entgegen, die uns warnen, dass es hier Nachts für Touristen nicht sicher ist. Wir nehmen es zur Kenntnis und gehen weiter. Nach ein paar Minuten kommt eine Frau aus einem Haus und spricht uns ebenfalls an, dass wir lieber wieder Richtung Zentrum gehen sollten. Hier gäbe es eh nichts für Touristen. Wir sind aufeinmal ziemlich paranoid und sehen hinter jeder Ecke einen potentiellen Mörder. Daher drehen wir lieber wieder Richtung Zentrum um. Als wir am Abend mit dem Hostelier reden, meint er, dass es eigentlich überall nachts in Valparaiso gefährlich sein könnte (nachts ab 1:00, nicht abends). Aber da wir eh nicht vor hatten nachts Party machen zu gehen, und vom Tag erschöpft sind, kochen wir stattdessen in unserer Hostelküche unser Lieblingsgericht 😉

Unser Hostel ist das Haus mit der Terasse und den dreieckigen Segeln

Eine besondere Spezialität in Chile, die wir auch endlich hier probieren können, sind die “Complettos”. Ein Completto ist ein chilenisch-angepasster Hotdog, der mit verschiedenen Füllungen angeboten wird. Üblicherweise ist es aber Avocado, Tomate und gaaanz viel Mayo obendrauf. Der Completto “Completto Art” ist sogar mit Sauerkraut zubereitet, was die deutschen Siedler nach Chile mitgebracht haben. Mmhm…. naja, schmeckt so, als ob wir es nicht zu oft essen werden. 😀

Wir besuchen auch die Nachbarstadt Vina del Mar, die wir mit einem Zug erreichen. Es ist eine Abwechselung zu der Busfahrt. Der Zug fährt ruhig, hat feste Haltestellen und sie werden sogar an einer Tafel angezeigt!! Unser Gastgeber meinte, die Stadt sei sehr nobel und versnobt. Er fühle sich in seiner Lederjacke immer fehl am Platz. Es gibt einen Stadtstrand mit großen Wohnanlagen und Hotels. Ehrlich gesagt, hat uns die Stadt aber ganz gut gefallen. Die Innenstadt war sehr sauber und gepflegt. Wir mussten auch nicht permanent auf den Boden schauen, um Hundekot auszuweichen. In der Fußgängerzone sehen wir einen Laden, der verschiedene Mittagsgerichte per Gewicht zum Mitnehmen anbietet. Neugierig auf die lokale Küche (Wir hatten schon genug Pommes) bestellen wir mehrere Gerichte. Jetzt sind wir bereit für das Picknick am Strand. Allerdings haben wir kein Besteck und kaufen noch schnell in einem kleinen Haushaltsladen zwei Löffel.